Zusätzlich zum 8. März, weltweit der Tag feministischer Kämpfe, ist seit 1994 in Südafrika ebenfalls der 9. August Frauen*tag – um an den Women’s March am 9. August 1956, heute vor 70 Jahren, gegen die Passgesetze des damaligen Apartheitsstaats zu erinnern. An dem Tag zogen ungefähr 20.000 Frauen* in Pretoria mit einer Demonstration zu den Union Buildings, dem Sitz der südafrikanischen Regierung, um mehr als 100 000 Unterschriften zu übergeben, die mit Texten einer Petition gegen Identitätsdokumente für afrikanische Frauen1Der Text: „We, the women of South Africa, have come here today. We African women know too well the effect this law upon our homes, our children. We, who are not African women, know how our sisters suffer. For to us, an insult to African women is an insult to all women. * That homes will be broken up when women are arrested under pass laws. * That women and young girls will be exposed to humiliation and degradation at the hands of pass-searching policemen. * That women will lose their right to move freely from one place to another. We, voters and voteless, call upon your government not to issue passes to African women. We shall not resist until we have won for our children their fundamental rights of freedom, justice and security.“ Siehe: https://live.fundza.mobi/home/library/fiction-blogs/did-you-know/did-you-know-who-lilian-ngoyi-was/. gesammelt worden waren. Weil von dem Adressaten, Premierminister Strijdom, nichts zu sehen war, hinterließen die Sprecherinnen der Versammlung die unterschriebenen Petitionsstapel schließlich haufenweise an seiner Bürotür.

(Quelle: Nationaal Archief/Niederlande, CC0 1.0 Universal)
Über die Identitätsdokumente, die an Schwarze Männer* bereits ausgegeben wurden und damals auch für Frauen* geplant waren, wurde der Zugang zu den städtischen Gebieten überwacht, die Personen europäischer Herkunft und Nicht-Weißen, die für diese Weißen arbeiteten, vorbehalten sein sollten. Die Kontrollen waren mit schikanösen Behandlungen, Ausweisungen und Inhaftierungen einer in dieser Zeit in sogenannte Bantustans zwangsumgesiedelten und ausgebürgerten Schwarzen Bevölkerung verbunden.
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