Veranstaltung: feministische Archivgeschichte in Dortmund

Das Foto zeigt ein raumhohes Eckregal mit Ordnern und Stehsammlern.


Frauen*geschichte bewahren, mit feministischem Blick auf die Gesellschaft Dokumente sammeln und für Forschung und Recherche bereitstellen – diese oft unsichtbare, aber unersetzliche Arbeit machen feministische Archive. In Dortmund waren in den letzten Jahrzehnten ganze vier solcher Einrichtungen aktiv, zwei davon sind es sogar bis heute.

Im Juli stellen sie sich im Zentrum Langer August in der Dortmunder Nordstadt vor, in dem unter anderem dieses Archiv (das Foto oben zeigt einige der Archivbestände) einquartiert ist:

Der Termin:  11. Juli 26, 15:00 – 17:00 Uhr, Café im Langen August, Braunschweiger Str. 22, 44145 Dortmund

Zeitzeuginnen* und Aktive aus
▪ dem Archiv zur neuen Frauenbewegung (TU Dortmund)
▪ dem Archiv des Rhein-Ruhr Instituts für Frauenforschung
▪ dem Archiv Frauen Planen Bauen von FOPA e. V.
▪ und (last not least) dem Frauen*-Internationalismus-Archiv

berichten über Anfänge, Entwicklungen, Inhalte, politische Arbeit, beantworten eure Fragen und zeigen: Kulturelles Gedächtnis braucht die Perspektiven sozialer Bewegungen, um Anstöße für notwendige gesellschaftliche Veränderungen zu geben.

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Kurzer Blick auf den 8. März

An der Demonstration zum Feministischen Kampftag in Bochum – wie in den letzten Jahren eingerahmt von längeren Aktionswochen – beteiligten sich heute gut und gerne 3.000 Personen. Sie starteten am Hauptbahnhof, bewegten sich durch die Innenstadt und zum Schauspielhaus zurück. Hier ein paar schnelle Eindrücke:

Bereits gestern Abend versammelten sich am U in Dortmund einige hundert Menschen, um mit der feministischen Vorabenddemo Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat in Dortmunds Norden zu laufen.
Und weil es immer sinnvoll ist, Blicke über die eigenen Tellerränder zu werfen: Hier der Hinweis auf Aufrufe aus anderen Städten und aus anderen Ländern zum 8. März und ebenfalls zum 9. März als globaler Frauen*-Streiktag, die (wie sonst auch) im Labournet zu finden sind. Und außerdem auf die eine oder andere Fotoauswahl von den Demonstrationen und Kundgebungen weltweit hier oder hier und besonders in Lateinamerika (immer schön zu sehen).

Herzlichen Glückwunsch, ausZeiten!

Das feministische Archiv ausZeiten in Bochum feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum und dieses Archiv hat den Bochumerinnen* noch nicht gratuliert – was hier und jetzt schnell passieren soll, bevor das Jahr dem Ende zugeht: Alles feministisch-archivarische Gute zum Geburtstagsjahr und viele weiterhin ertragreiche Jahre!
Auf der ausZeiten-Jubiläumsseite ist für jeden Monat ein Gegenstand aus den Archivjahren abgebildet; unten ist das Bild für März zu sehen, das sich auf den Namen bezieht, den das Archiv seit seinem Gründungsjahr 1995 trägt:

2008 Fotos und Postkarte (U. Weller)

Die Archivarinnen* schreiben dazu: „Kennzeichen von ausZeiten war und ist es, dass wir aus Zeitungen ausschneiden und damit dokumentieren, wie die Aktivitäten und Debatten der Frauen- und Lesbenbewegungen in die (Print)Medien einfließen. Mit ausZeiten laden wir die Frauen ein, sich Auszeiten zu nehmen, um im Archiv zu stöbern und zu forschen, in den über 1000 verschiedenen Zeitschriften zu blättern, Veranstaltungen zu besuchen, zu diskutieren.“

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Anders mobil in der Stadt

Gestern beteiligten sich bei schönem Radfahrer*innen-Wetter etwa fünfzig Personen an einer farbenfrohen flinta*-fahrtbunt! laut! sichtbar! – durch Dortmund. Die erste Dortmunder Flinta*1FrauenLesbenInterNichtbinäreTransAgender*-Personen-Fahrrad-Demonstration, zu der die Initiative für Nachhaltigkeit e. V. aufgerufen hatte, begann am Friedensplatz und endete schließlich beim flinta*sialand-Festival im Hafen.
Vor dem Start konnten die Räder unter anderem mit von foodsharing Dortmund geretteten Blumen geschmückt werden und danach wurden in einem kurzen Redebeitrag die Hintergründe des radelnden Protests beleuchtet: Personen, die Care-Arbeit leisten, die mehrheitlich (immer noch) weiblich gelesene Personen sind, bewegen sich auf ihren täglichen Wegeketten anders, also eher mit Fahrrad oder öffentlichem Nahverkehr durch die Stadt, das heißt ebenfalls klimafreundlich. Dagegen hat die patriarchale Gesellschaft die Mobilität auf den Autoverkehr (häufiger von Männern* genutzt) ausgerichtet – dass geschlechtlich zugewiesene (bzw. abgewiesene) Care-Arbeit gesellschaftlich geringer gewertet wird, obwohl sie wortwörtlich (über-)lebensnotwendig ist, zeigt eben auch die Verkehrsplanung. In Dortmund fehlt es an Radwegen, die (wenn vorhanden) außerdem oft schmal und unsicher sind, und Fortschritte lassen sich kaum erkennen. Eine andere Mobilitätsentwicklung ist erforderlich!
Es folgen nun einige Fotos der von Musik begleiteten und übrigens gerne zu wiederholenden Flinta*-Fahrt:

Feministischer Frühling, hoffentlich [Ausblick auf den 8. März]

Kurz zum um die Ecke wartenden achten März, der natürlich intersektional queer-feministisch wird, mit vielen Schwerpunkten jedenfalls und an vielen Orten weltweit.
A la calle contra la ofensiva patriarcal! (Auf die Straße gegen die patriarchale Offensive!), ruft in Chile etwa die Coordinadora Feminista 8M auf und fragt unter anderem ¿Dónde está Julia Chuñil? (Wo ist Julia Chuñil?) – denn am 8. März wird Julia Chuñil Catricura, Mapuche und Aktvistin, seit genau vier Monaten spurlos verschwunden sein. Die 70-Jährige lebte in einem einfachen Holzhaus in der Región de Los Ríos im chilenischen Süden als Besetzerin auf dem Land eines Großgrundbesitzers. In Chile sehen jetzt viele die Ursache ihres Verschwindens in dem Konflikt um das Fleckchen Erde, auf dem sie lebte – als Teil des Lands, von dem die Mapuche durch europäische Siedler*innen seit Ende des 19. Jahrhunderts gewaltsam vertrieben worden waren.1Malte Seiwerth: Chile: Die Landfrage und die Frage nach einer verschwundenen Mapuche, amerika21, 01.03.2025, https://amerika21.de/analyse/274047/wo-ist-julia-chunil.
In Argentinien waren bereits am 1. Februar zwei Millionen Menschen auf den Straßen, um gegen die Hetzrede des ultrarechten Präsidenten Milei beim Weltwirtschaftsforum in Davos gegen Queer-Feminismus und LGBTIQ+-Personen2Sophia Boddenberg: Feminismus und LGBT in Argentinien: „Unser Leben ist in Gefahr“, die tageszeitung, 01.02.2025, https://taz.de/Feminismus-und-LGBT-in-Argentinien/!6063247/. zu protestieren, und am 8. März sind ebenfalls große Demonstrationen zu erwarten – dieses Jahr unter anderem unter dem Motto „gegen den Betrüger Milei“.

„Feministischer Aufstand“ – Nordstadt Dortmund, Blücherpark
(Geplante Veranstaltungen/Aktionen in Bochum/Dortmund zum 8. März findet ihr weiter unten im Text.)
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