’N Scheiß ist das: Krieg

Nichts rechtfertigt diese Offensive oder die Bombardierungen – genauso, übrigens, wie nichts sie etwa im vergessenen Jemen rechtfertigt –, mit denen die russische Putin-Regierung die imperiale Gleichrangigkeit mit den Nato-Staaten militärisch herstellen (oder beweisen) will. Besonders die ukrainische Bevölkerung wird unter dem Kampf um Vorherrschaft, in dem die Ukraine Verhandlungsmasse geworden ist, stark leiden müssen und dann alle, die den Krieg sonst bezahlen (z. B. durch höhere Energiekosten, ohne sie finanzieren zu können), auch in Russland.
(Hartz-IV-Empfänger*innen und Menschen in ähnlicher Lage müssen entschädigt werden! Das nur als Zwischenbemerkung.)
Aber unabhängig davon sollten wir jetzt hier genau hinsehen: Denn anders als häufig behauptet wird, ist der Angriff nicht der erste Krieg in einem sonst friedlichen Europa seit dem II. Weltkrieg, sondern die Kommentator*innen vergessen bloss zu gerne den Kosovo-Krieg der Nato 1999.
Es geht rückwärts: Die Rüstungsbeschlüsse der Bundesregierung mit 100 Milliarden € an zusätzlichen Militärausgaben bringen uns zweifellos eine militarisiertere Gesellschaft. Und wenn die Ukraine von Wirtschaftsminister Habeck nun (mit seiner Rede von ihrer „militärischen Vergewaltigung“) weiblich aufgeladen wird und er sich/den Westen als Beschützer anbietet, spricht er deutlich in traditionellen Stereotypen militärischer Legitimation.

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